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30.11.2011 | Martin Bauer Group (Martin Bauer)

Süßholzpflanze wird Arzneipflanze des Jahres 2012

Diese Wahl traf ein Team aus Wissenschaftlern der Universität Würzburg gemeinsam mit den Experten der Naturschutzorganisation WWF und seiner Partnerorganisation TRAFFIC.


Die Auswahl der Arzneipflanze des Jahres soll die Bedeutung der Arzneipflanzen für den Menschen betonen sowie auf die Gefahren einer Übernutzung aufmerksam machen. Seit mindestens 3000 Jahren ist Süßholz als Heilpflanze bekannt, seine Wirkung gegen zahlreiche Beschwerden ist wissenschaftlich belegt. Schon die Ägypter und die griechischen Ärzte schätzten die Pflanze und nutzten sie unter anderem gegen Husten, Heiserkeit und Asthma. Nach Hildegard von Bingen soll Süßholz sogar „mild stimmen“, also positiv auf die Psyche wirken. Das Glycyrrhizin hat entzündungshemmende und schleimhautschützende Wirkung. Zudem ist eine antivirale und krampflösende Wirkung belegt.

Die Staude erreicht eine Höhe von bis zu einem Meter. Verwendet wird ausschließlich die Wurzel, die eine enorm große Anzahl an Inhaltstoffen, bislang sind ca. 400 unterschiedliche Substanzen bekannt, besitzt. Zu den wichtigen zählt das Glycyrrhizin.

Deutschland ist in Europa die Nummer zwei unter den Nutzern und Händlern von Süßholz. Es werden pro Jahr über 500 Tonnen importiert, ein großer Teil davon wird für Arzneitees verwendet. Durch die süßende Wirkung ist auch eine Verwendung in Lebensmitteltees üblich. Außerdem ist diese Wurzel ein Hauptbestandteil der Lakritze und vieler Kräuterliköre.

„Immer mehr Menschen haben in den letzten Jahren erkannt, was für eine einzigartige Apotheke die Natur darstellt, weswegen Heilpflanzen eine wahre Renaissance erleben. Natürlich nimmt dadurch auch der Druck auf die Pflanzen zu, weil eine Übernutzung droht“- so Susanne Honnef, Artenschutzexpertin beim WWF Deutschland. Um diesen Trends gegenzusteuern, wurde 2010 ein „FairWild“-Standard eingeführt. Bei seiner Etablierung war bereits die Martin Bauer Group beratend tätig. "FairWild"-Standard umfasst klare Richtlinien für die Sammlung und den Handel von Wildpflanzen. Zum einen darf die Natur durch die Sammlung nicht zerstört werden und nur so viel gesammelt werden, wie auch nachwachsen kann. Zum anderen gilt: Die Sammler arbeiten unter fairen Bedingungen. Das FairWild-Siegel soll Verbrauchern eine Orientierungshilfe beim Kauf von natürlichen Heilprodukten bieten.